Kanadische Impressionen, auf der Red Willow Ranch
Kurz vor der Landung rissen die Wolken unter uns endlich auf und gaben den Blick frei, der erste Eindruck von Kanada, schneebedeckte Bergkämme, graublaues Wasser, grüne Landstriche und dann die weitläufigen äußeren Ansiedlungen von Vancouver.
Die Fahrt zur Farm führte entlang des Frazer River über den transkanadischen Highway One ostwärts. Bei Hove, wo Fluß und Straße nach Norden abbiegen, begann es zu regnen. Noch weiter nördlich ging der Regen in Schnee über. Im dichten Schneetreiben sahen wir endlich das Schild, Red Willow Ranch. Wir waren angekommen.
Und dann kam der Moment, wo wir gefordert wurden, es vielleicht auch wissen wollten, können wir das nicht auch? Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde, wieder die Erweckung lange verschütteter Erinnerungen. Beim Aufsatteln konnten wir, die blutigen Laien, nur bei der groben Arbeit helfen, dann, nach einigen Einweisungen, ging es los. Wir saßen noch etwas unsicher im Western-Sattel. Der Knauf, eigentlich fürs Lasso gemacht, diente als willkommener Halt. Anfangs galt es nur, in der Gruppe zu bleiben, und das taten die Pferde von alleine. Doch dann wurden wir mutiger, lenkten das Roß zu kleineren Umwegen und willig folgte es uns am Ende des Tages. red_willow_05-11
H. und W. Plieth aus Dresden, im Mai 1999.
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